Lithium-Batterien – die unterschätzte Gefahr der Tiefenentladung

Sie stecken heute in vielen elektronischen Haushaltsgeräten, aber auch in Spielzeug, in fast jedem Handy und modernen Notebooks. Sie sind Antriebsquelle der bequemen E-Bikes und sorgen dafür, dass Millionen Hobbyhandwerker mit ihren Bohrmaschinen, Akkuschraubern und Rasenkantenmähern draußen auch ohne Stromkabel arbeiten können. Aber die wenigsten Nutzer wissen, dass von den Lithium-Batterien als durchaus modernen und sehr effizienten Energiespeichern, besonders wenn sie unsachgemäß behandelt werden, ziemlich gefährliche Nebenwirkungen ausgehen können – bis hin zu Bränden und Explosionen. Als Ursache solcher Unfälle stellt sich oft Überladung heraus, obwohl die Technologie der nützlichen Stromspeicher und ihre Fertigung selbst grundsätzlich als sicher zu bezeichnen sind. Außer beispielsweise im Modellbau, wo ein extremes Leichtgewicht eine wichtige Rolle spielt, sind Sicherheitsmechanismen eingebaut, die ein mögliches Überladen verhindern sollen. Das machen sie allerdings nicht immer perfekt, vor allem dann nicht, wenn mehrere ungünstige Umstände zusammentreffen.

Ursachen für Probleme

Besonders sensibel sind Lithium-Batterien bei größeren Temperaturschwankungen. Sie sollten keinesfalls über längere Zeit großer Hitze ausgesetzt werden, aber ihren Winterschlaf auch nicht unbedingt in der frostigen Garage abhalten. Wird der Akku unter solchen Bedingungen später mal nachgeladen, kann es unter Umständen zu einer Tiefenentladung kommen, die im schlimmsten Fall zum Brand führt.

Und selbst wer sein E-Bike nachts auf dem tiefgefrorenen Balkon der Wohnung auflädt, riskiert eine Verpuffung oder sogar das Explodieren seines Akkupacks, wenn später nach der Aufladung ein allzu rascher Temperaturwechsel erfolgt. Aber auch eine unsachgemäße Behandlung oder gar mechanische Beschädigungen der Lithium-Batterien sind wesentliche Ursachen für Brände und Explosionen, weshalb einzelne Fluggesellschaften den Transport von Elektrofahrrädern an Bord ihrer Maschinen bereits verboten haben.

Vorbeugende Maßnahmen

Wer allerdings die wichtigsten Regeln im Umgang mit diesen Akkus beherzigt, muss sich auch um mögliche Gefahren keine allzu großen Gedanken machen. Sicherheitsexperten empfehlen daher, folgende Regeln im Umgang mit Lithium-Batterien seitens der Verbraucher einzuhalten:

  • Beachtung der aufgedruckten Warn- und Sicherheitsbestimmungen der Hersteller;
  • Lithium-Akkus nie in unmittelbarer Nähe von Wärmequellen oder leicht entzündlichem Material lagern oder aufladen;
  • auch kleinere Geräte während des Ladevorgangs nicht über eine längere Zeit unbeaufsichtigt lassen;
  • sollten Lithium Batterien mechanische Verformungen aufweisen, müssen sie unbedingt aus dem Verkehr gezogen und sachgemäß (beispielsweise über die einschlägigen Verkaufs- bzw. Sammelstellen der Gemeinden) entsorgt werden;
  • ausschließlich solche Original-Ladegeräte verwenden, die vom jeweiligen Hersteller empfohlen wurden, und dabei nach der beiliegenden Gebrauchsanweisung vorgehen.

Für den Fall, dass es dennoch zu einem Brand kommt, sind handelsübliche Feuerlöscher und natürlich Wasser völlig tabu, da sie eine Ausbreitung der Flammen meist nur beschleunigen bzw. einen Kurzschluss verursachen. Empfehlenswert sind Löschdecken, die dem Brandherd Sauerstoff entziehen und die Flammen bei kleineren Geräten ersticken. Ansonsten bleibt nur das kontrollierte Abbrennen in einem feuerfesten Gefäß. Bei größeren Bränden oder Explosionen sollte dagegen nicht gezögert werden, die Notrufnummer der Feuerwehr zu nutzen.

 

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