Hauswirtschaftsraum: Wie er auch im Altbau funktioniert

Haushaltsgerät steht bereit | © moerschy - pixabay.com
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Bei Neubauten gehört ein spezieller Raum, in dem sich ausschließlich Waschmaschine, Trockner und Co. befinden, beinahe verpflichtend dazu – ob nun als einzelner Raum im Parterre, bei kellerlosen Gebäuden oder ganz klassisch ein Stockwerk tiefer im Untergeschoss. Bei Sanierern hat ein solcher Raum oft nachgeordnete Bedeutung. Sie lassen auch nach Abschluss der aufwendigen Arbeiten die elektronischen Reinigungsspezialisten weitherin in Küche oder Badezimmer „wohnen“ – und verschenken so jede Menge Wohnraum. Dabei gilt doch: Viel braucht es für einen Hauswirtschaftsraum wirklich nicht!

1. Wo soll er hin?

Vor allem bei solchen Altbauten, in denen der Kellerboden aus festgestampftem Mutterboden besteht, schrecken viele Hausbesitzer zurück – dorthin die teure Waschmaschine stellen? Doch rein von einer praktischen Warte aus gibt es eigentlich nichts, was dagegenspräche. Denn solange der Keller grundsätzlich trocken ist – und das lässt sich mittels eines Hygrometers in sehr absoluten Werten messen – gibt es keinen Grund, die Waschmaschine nicht „da unten“ unterzubringen und natürlich auch den Trockner. Ein natürlicher Boden allein ist kein Ausschlusskriterium – und er muss auch vor der „Umwidmung“ nicht mittels Estrich abgeschafft werden.

Ganz ähnlich sieht es auch in Anbauten aus: Was vielleicht früher ein Stall war oder vielleicht sogar schon damals eine Waschküche, hat natürlich auch heute das Zeug dazu, denJob als Hauswirtschaftsraum zu übernehmen. Unterm Strich heißt das: Es gibt auch im Altbau praktisch keinen Raum, den man nicht gesondert zum Hauswirtschaftsraum erklären könnte, solange einige Bedingungen erfüllt sind.

2. Die Bedingungen

  • Keller mit Außenzugang
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    © Joergelman - pixabay.com | Auch Keller, die nur über Außenzugänge erreichbar sind, kommen als Standort für den Hauswirtschaftsraum…
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Dass der Hauswirtschaftsraum nicht schon von sich aus übermäßig feucht sein sollte, leuchtet ein. Tatsächlich ist das eines der ganz wenigen Argumente, die wirklich hierbei zählen. Weder muss der Raum sonderlich optisch verkleidet sein (Stichworte Verputzen oder Trockenmauern), noch braucht er eine aufwendige Beleuchtung. Eine simple Schiffsarmatur oder ähnliche Deckenleuchte, die man auch noch selbst anschließen kann, reicht als Beleuchtung bereits völlig aus – die Wäsche wird auch bei Dunkelheit sauber.

Allerdings gibt es eine Zwangsbedingung: Der Raum muss selbst unter Extrembedingungen frostfrei bleiben. Das gilt nicht nur für die Wasserleitungen, sondern das gesamte Zimmer. Es braucht nicht unbedingt eine Heizung installiert sein; Frostfreiheit lässt sich auch über einen Heizlüfter mit Frostwächter realisieren. Doch niemals darf die Temperatur darin unter rund 5 Grad fallen. Ansonsten können schwere Schäden an der Waschmaschine entstehen.

3. Die Installationen

Für den Hauswirtschaftsraum sind drei Anschlussvarianten erforderlich – Strom, Frischwasser, Abwasser. Egal, wo der Raum sich nun befinden soll – es ist praktikabel, sehr grundständig vorzugehen. Das bedeutet:

  • Der Strom sollte idealerweise direkt am Zählerschrank unter Installation eines gesonderten Schutzschalters abgegriffen werden. Das ist deshalb vonnöten, weil ein Parallelbetrieb beider Geräte sehr viel Leistung benötigt, die mitunter zu groß für den sicheren Betrieb alter (zu dünner) Leitungen sein kann.
  • Frischwasser kann an der nächstmöglichen Wasserleitung abgegriffen werden (etwa durch Einsetzen eines T-Stücks). Wichtig ist nur, dass waschmaschinenseitig dafür taugliche Geräteanschlussventile verwendet werden – diese enthalten einen Rückflussverhinderer sowie Rohrbelüfter, damit es nicht zu Über- oder Unterdrücken im System kommt.
  • Abwasserleitungen müssen 50 mm Durchmesser (Waschmaschine bis 6 kg) bzw. 70 mm (Waschmaschine bis 12 kg) besitzen. Wichtig ist, dass vorher geprüft wird, ob durch den Aufstellungsort der Maschine keine Probleme entstehen. Der Anschluss für den Abwasserschlauch darf bei den meisten Maschinen nicht über 1000 mm hoch liegen. Falls das zu wenig ist, um das nötige Gefälle zu erzielen, muss die Maschine entweder auf ein gemauertes Leichtbaustein-Fundament gestellt werden, oder es ist eine zusätzliche Hebeanlage (eine elektrische Zusatzpumpe für das Abwasser) zu installieren.

Vor allem Letzteres klingt wesentlich schwieriger, als es in der Praxis meist ist. Falls im Keller beispielsweise sowieso schon ein Waschbecken installiert wurde, kann die gesamte Abwassereinleitung auch darüber installiert werden. Und ein erhöhendes Fundament ist nicht schwieriger zu mauern als eine normale Wand – hat aber für sich, dass die Maschine so komfortabler be- und entladen werden kann.

4. Das Fundament

  • Schotter für das Fundament
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    © TeroVesalainen - pixabay.com | Für die Herstellung des Fundaments reicht Schotter, dessen Körnung sich im Bereich 16/32 bewegt.
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In einem Anbau mit festem Estrichboden kann man diesen Schritt natürlich übergehen – dort können Waschmaschine und Trockner ohne Weiteres aufgestellt werden. In einem Keller mit festgestampfter Erde ist das hingegen etwas anderes. Selbst für den Fall, dass kein gemauertes Podest vonnöten ist, wäre es hier dennoch notwendig, den Boden nicht nur zu glätten. Es muss daneben auch sichergestellt werden, dass sich durch die Vibrationen der Maschine (einfach mal im Schleudergang die Hand darauf legen) nichts „losrüttelt“. Ergo benötigt die Maschine ein Fundament. Das geht hier unten im Keller wegen des Naturbodens nicht anders als bei einem Gartenhäuschen, sprich: nur mit etwas Muskelkraft, Kies, Sand und einigen Gehwegplatten 

  • Ein 35 cm tiefes Loch ausheben, das an den Seiten und hinten rund zehn Zentimeter über das Maß der Maschinen hinaussteht, vorne 50 cm (um den Wäschekorb sicher abstellen zu können)
  • 25 cm hoch feinen Schotter einbringen, genau waagerecht abziehen und sorgfältig manuell verdichten (funktioniert mit einem sogenannten Handstampfer)
  • 5 cm Sand aufbringen und diesen ebenfalls ins Lot bringen
  • Beton-Gehwegplatten auslegen und danach mit Sand einkehren

Darauf können sowohl die schwere Waschmaschine wie der etwas leichtere Trockner gefahrlos für viele Jahre arbeiten, ohne dass es zu Einsenkungen kommt.

5. Sonderfall Trockner

Auch heute noch findet sich in vielen Wirtschaftsräumen ein Trockner mit Abluftschlauch. Und warum auch nicht? Die Geräte sind schließlich günstig. Und abseits der Wohnräume stören sie ja niemanden, oder? Allerdings genau deshalb eine Warnung: Nur, weil der Hauswirtschaftsraum nicht bewohnt wird, im Falle eines Anbaus sich vielleicht nicht mal im Haus befindet, bedeutet das nicht, dass man hier nach Belieben Feuchtigkeit einbringen könnte! Gleiches gilt natürlich für den Fall, dass jemand hier Wäsche aufhängen möchte. Gerade wenn der Raum nicht beheizt wird, wäre das ein Garant für Schimmel binnen weniger Wochen.

Im Klartext heißt das: Der Abluftschlauch muss entweder aus dem (Keller-)Fenster bzw. einer Wandöffnung ragen oder aber in eine Kondensatorbox geführt werden. Ersteres ist die bessere Lösung, letzteres sollte immer dann getan werden, wenn die Schlauchdistanz zu Mauer/Fenster zwei Meter überschreitet – sonst wird die Abluft-Pumpmotorik zu stark belastet.

Vermeiden ließe sich die ganze Problematik mit einem aktuellen Kondenstrockner. Bei diesem wird die Feuchtigkeit der Wäsche im Gerät aufgefangen und als Kondensat gesammelt. Nach einem ähnlichen Prinzip, aber noch effizienter arbeiten Wärmepumpentrockner. Sie brauchen allerdings recht lange für einen Durchgang und lassen sich oftmals nur schlecht warten, so dass man sich hier nachträglich behelfen muss. Die Standortwahl ist aber sehr viel freier zu gestalten als mit einem Ablufttrockner. Die Geräte machen daher auch im Altbau eine gute Figur.

Bei Neubauten gehört ein spezieller Raum, in dem sich ausschließlich Waschmaschine, Trockner und Co. befinden, beinahe verpflichtend dazu – ob nun als einzelner Raum im Parterre, bei kellerlosen Gebäuden oder ganz klassisch ein Stockwerk tiefer im Untergeschoss. Bei Sanierern hat ein solcher Raum oft nachgeordnete Bedeutung. Sie lassen auch nach Abschluss der aufwendigen Arbeiten die elektronischen Reinigungsspezialisten weitherin in Küche oder Badezimmer „wohnen“ – und verschenken so jede Menge Wohnraum. Dabei gilt doch: Viel braucht es für einen Hauswirtschaftsraum wirklich nicht!
  • Keller mit Außenzugang
    © Joergelman - pixabay.com | Auch Keller, die nur über Außenzugänge erreichbar sind, kommen als Standort für den Hauswirtschaftsraum infrage. Man geht ja nicht zehnmal täglich dort hinein.
  • Schotter für das Fundament
    © TeroVesalainen - pixabay.com | Für die Herstellung des Fundaments reicht Schotter, dessen Körnung sich im Bereich 16/32 bewegt.
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