Lebensversicherung: Noch zur Baufinanzierung geeignet?

Hausbauen hat seinen Preis. Doch wer hat schon die finanziellen Mittel, um sich den Traum vom Eigenheim auf einen Schlag zu erfüllen? Ein umfassendes Finanzierungskonzept bildet daher die Grundlage für jeden Neubau oder Kauf. Und da stellt sich für den Bauherren auch die Frage, ob und wie eine Lebensversicherung in die Finanzierung eingebracht werden kann. Ein kritischer Blick auf die derzeitige Lage!

Baufinanzierung mit Lebensversicherung

Das von der Bank oder einem unabhängigen Vermittler erstellte Finanzierungskonzept zum Bau oder Erwerb einer Immobilie besteht in aller Regel aus verschiedenen Komponenten. Neben dem notwendigen Eigenkapitel aus liquiden Mitteln der Bauherren, kommen hier das klassische Annuitätendarlehen, Fördermittel (z.B. KfW) oder Bauspardarlehen in Betracht. Eine Lebensversicherung konnte früher bei der Baufinanzierung ebenfalls eine gewichtige Rolle einnehmen, indem ihr Wert den Baukredit deckte. Aber eignet sich die Versicherungspolice heute noch genauso als Finanzierungsmaßnahme?

Neue Police noch hilfreich?

Bis vor einigen Jahren war der Abschluss einer Kapital-Lebensversicherung im Rahmen einer Baufinanzierung durchaus beliebt. Der Bauherr zahlte seine monatlichen Beiträge in die Versicherung ein und mit deren Laufzeitende konnte aus dem Betrag die Schuld getilgt werden. Der Vorteil des Konstrukts besteht darin, dass der Darlehensnehmer lediglich die Zinsen, aber keinen Tilgungsanteil zahlt. Allerdings haben sich die Kapitalmärkte in den vergangenen Jahren extrem gewandelt. Die Kalkulation geht heute nicht mehr auf. Die garantierten Zinsen sind niedrig und die in Aussicht gestellten Überschussbeteiligungen kaum zu erreichen. Im schlimmsten Fall kann sogar eine Unterdeckung der Finanzierung entstehen. Das Geld, das in die Lebensversicherung fließen würde, kann so besser aktiv zur Tilgung des Darlehens eingesetzt werden.

Bestehende Versicherungen nutzen

Anders sieht es aus, wenn bereits seit längerem einen Police besteht. In diesem Fall kann die Lebensversicherung auf verschiedene Weise in die Finanzierung eingebracht werden. Wird die Lebensversicherung in Kürze zur Auszahlung fällig, können Darlehensnehmer die Mittel für Sondertilgungen einsetzen. Auch der Einsatz der Lebensversicherung als Sicherheit kommt in Betracht. Das kann, unter Berücksichtigung der eigenen Vorsorgeplanung, für das Alter sinnvoll sein.

Steht der Auszahlungszeitpunkt noch nicht unmittelbar bevor, kann die Police ebenfalls in die Finanzierung eingebracht werden. Unbedingt sollten die Auswirkungen auf die Absicherung im Alter geprüft und kritisch bewertet werden. In Frage kommt die Beleihung der Police oder auch der Rückkauf. Allerdings sind in diesem Fall die höchsten Verluste einzukalkulieren. Es ist fraglich, ob genügend liquide Mittel zum Schließen einer Finanzierungslücke übrigbleiben.

Fazit

Die Kapital-Lebensversicherung ist nur noch unter bestimmten persönlichen Umständen ein probates Mittel für die Immobilienfinanzierung. Besteht die Versicherung bereits seit längerem, kann deren Einsatz unter Umständen sinnvoll sein. Besser ist, nach Alternativen zu suchen.

Weitere Gründe, warum die Lebensversicherung in der Baufinanzierung an Wert verloren hat, ergründen wir in dem unten verlinkten Artikel.

 

Bildquelle: © Gina Sanders - Fotolia.com

Erzähl auch anderen davon

Verwandte Anleitungen