Sicherungen an Fenstern und Hintertüren nachrüsten

Fenster wird aufgebrochen
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Die polizeilichen Statistiken zeigen es jedes Jahr aufs Neue: Was Einfamilienhäuser anbelangt, kommen Einbrecher mit überwältigender Häufigkeit nicht über die meist gut gesicherten Vordertüren. Stattdessen machen sie es sich viel einfacher und dringen über die ungleich schlechter abgesicherten Hintertüren sowie Fenster von Parterre bzw. Souterrain ein. Wer sich hier in Gefahr wähnt, sollte rechtzeitig Sicherungen an Fenstern uns Hintertüren nachrüsten.

Die unterschätzte Gefahr

Die meisten gefährdeten Türen und Fenster unterscheiden sich nur in ihren Abmessungen, nicht aber in der Technik: Die Drehbewegung des Griffs verschiebt auf den Stirnseiten des Blattes angebrachte Zapfen, die wiederum in entsprechende metallene Schließstücke im Rahmen greifen. Und diese Technik ist erschreckend leicht aufzuhebeln!

Um hier vorzubeugen, gibt es für Heimwerker jedoch einbaufertige Lösungen, die sich überaus schnell implementieren lassen und diese offenen Sicherheitslücken kompromisslos schließen. Drei davon wollen wir nun vorstellen und auch zeigen, wie sich derartige Sicherungen an Fenstern und Türen nachrüsten lassen. 

1. Das Zusatzschloss

Zwar gibt es von vielen Fensterherstellern Pilzkopfverriegelungen, bei denen die I-förmigen Rollzapfen gegen T-förmige ausgetauscht sind. Diese greifen dann so in ihre Rahmen-Widerlager ein, dass ein Aufhebeln nicht mehr ohne Weiteres möglich ist. Deren Nachteil ist jedoch, dass die Nachrüstsätze a) teuer sind, vor allem, wenn man sie bei mehreren Fenstern/ Türen applizieren möchte, und b) hohen Arbeitsaufwand aufweisen, bei dem das Fenster ausgebaut werden muss.

Ungleich einfacher, aber mit ähnlich hoher Wirksamkeit versehen sind sogenannte Zusatzschlösser. Diese beinhalten ein drehbares, oft abschließbares Element, welches mit dem Rahmen verschraubt wird, sich vor das Fensterblatt drehen lässt und dort zuverlässig verhindert, dass aufgehebelt werden kann. Und die Montage ist sehr einfach:

  1. Eine Montagezone entweder am oberen oder unteren Ende des Fensters suchen, also dort, wo waagerechter und senkrechter Teil des Fensterblattes zusammenlaufen. Bei Türen empfiehlt es sich wegen der Höhe, sowohl oben wie unten Zusatzschlösser zu installieren.
  2. Den Montagepunkt gemäß der Anleitung markieren, sodass der Riegel auf ausreichender Länge aufliegt, aber die Schrauben im Rahmen noch genügend Halt finden (sorgsam nachmessen!).
  3. Die Bohrpunkte markieren und mit dem/ der in der Anleitung vorgeschriebenen Bohrerdurchmesser und -tiefe bohren. Tipp: Kann der Bohr-Anschlag nicht verwendet werden, die zugehörigen Schrauben abmessen und deren Länge am Bohrer mit einer Lage Klebeband markieren.
  4. Ggf. mitgelieferte Unterlegscheiben verwenden, um die Höhe des Zusatzschlosses zu justieren.
  5. Schloss einstecken und händisch mittels Schraubendreher verschrauben – nicht den Akkuschrauber nehmen, um die Schrauben nicht versehentlich zu überdrehen.

Bei geschlossenem Riegel bleibt dem Einbrecher nur noch die Option, das Glas zu zerstören. Das kommt jedoch recht selten vor, weil es laut ist und außerdem die Gefahr bestünde, DNS-Spuren zu hinterlassen (durch Schneiden an den Scherben).

2. Das Fenstergitter

  • Fenster wird mit dem Brecheisen aufgestemmt
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    © Rainer Fuhrmann | Einfache Fenster bieten Einbrechern kaum Widerstand. Doch mit einigen kleinen Sicherheitsvorkehrungen kann man ihnen…
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Mit einem Zusatzschloss kann man seine handelsüblichen Fenster/ Hintertüren auf ein hohes Schutzniveau bringen. Allerdings gibt es natürlich Personen, für die ein solcher Schutz zu wenig ist, sowie Fenster an Stellen, bei denen ein weiterer Einbruchschutz wegen exponierter Lage sinnvoll erscheint.

An diesem Punkt sind stählerne Gitter nicht nur die älteste, sondern auch wirksamste Methode, weil sie gänzlich verhindern, dass überhaupt erst mechanisch auf das Fenster eingewirkt werden kann. Freilich zu dem Preis, dass es ein sichtbares Element ist, an dessen Anblick man sich erst gewöhnen muss. Was die Montage anbelangt, so gibt es zwei Prinzipien:

  1. Das Gitter wird in die Laibung eingepasst, die Schrauben werden also parallel zur Wand eingedreht.
  2. Das Gitter sitzt außen vor der Laibung auf der Fassade, die Schraubplatten ragen seitlich über die Laibung hinaus und werden rechtwinklig zur Mauer eingeschraubt.

Welche Methode eingesetzt werden kann, hängt von den örtlichen Gegebenheiten sowie den Wandmaterialien ab. Besitzer von Gebäuden, bei denen außen eine Fassadendämmung installiert wurde, sollten die zweite Variante wählen und sich in jedem Fall vergewissern, dass es für das gewählte Gitter Montagesets mit Ankerstangen gibt, damit es auch ausreichend mit dem Mauerwerk verbunden ist.

Bei Holz-Fertighäusern indes muss geprüft werden, wo genau sich die Lage des Fensterstiels bzw. der Fensterriegel, also jener Balken, die das Fenster umfassen, befindet. Für ein Fenstergitter, welches außen auf der Fassade eines gemauerten Gebäudes installiert wird, sieht die Vorgehensweise folgendermaßen aus (sie unterscheidet sich nur marginal von der ersten Variante):

  • Kein Zutritt dank Fenstergitter
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    © Nicole Honeywill - unsplash.com | Gitter vor den Fenstern sind die wohl älteste Sicherungsmaßnahme in diesem Bereich. Zugegeben, das…
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  1. Das Gitter so wählen, dass die Schraubpunkte mindestens fünf Zentimeter vom Rand der Fensterlaibung entfernt sind.
  2. Sollten dem Gitter keine passenden Schrauben beiliegen, so sind solche zu wählen, welche sich nur in Schließrichtung drehen lassen oder aber bei denen der vom Schraubenschlüssel umfasste Teil bei Überschreiten eines bestimmten Drehmoments abreißt (sog. Abreißschrauben).
  3. Gitter (ggf. mit Helfer) vor das Fenster halten und mittels Wasserwaage ausrichten. Dann die Bohrpunkte anzeichnen.
  4. Dübellänge am Bohranschlag einstellen oder mit Klebeband am Bohrer markieren. Löcher in entsprechende Tiefe niederbringen.
  5. Bohrloch aussaugen und mit Montagekleber teilweise auffüllen, danach Dübel einstecken und einschieben, bis sie mit der Fassade bündig abschließen.
  6. Gitter durch Helfer hochhalten lassen, Schrauben einstecken, leicht andrehen und dann rundherum zügig anziehen.
  7. Ggf. vorhandene Schraubkopfsicherungen einstecken.

Sollte man sich für Türgitter entscheiden, so werden diese prinzipiell auf die gleiche Weise installiert. In dem Fall ist meist nur ein Rahmen mit der Wand zu verschrauben, in den das eigentliche Gittertürblatt eingehängt wird.

3. Die Splitterschutzfolie

  • Schwachstelle Hintertür
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    © ricardoreotmeyer | Die Hinter- oder Terrassentür ist eine große Schwachstelle bei der Haussicherheit. Mit Zusatzschlössern lassen sich…
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Eine gute Möglichkeit für alle, denen Gitter zu viel aber Zusatzschlösser zu wenig sind, bieten Splitterschutzfolien. Sie sind die sehr zähen Verwandten der Milchglas- oder Tönungsfolie und verhindern auch bei handelsüblichen Fenstern, dass diese ohne Weiteres eingeschlagen werden können. Auch hier ist die Installation einfach, jedoch ein bisschen „fummelig“ und benötigt zwei Personen:

  1. Fenster innen gut reinigen und trocknen.
  2. Schutzfolie von der eigentlichen Folie abziehen.
  3. Klebeseite der Folie sowie das Fenster entweder mit einem Wasser-/ Spülmittel-Gemisch oder einer mitgelieferten Montagelösung gut nässen.
  4. Folie auf das Glas aufdrücken und ausrichten.
  5. Von der Mitte ausgehend das Wasser zwischen Glas und Folie mit einem Gummirakel nach den Seiten herausdrücken.
  6. Überstehendes Material mittels Cuttermesser abschneiden.
  7. Ggf. die Ränder nochmals mit dem Rakel behandeln.
  8. Rahmen gründlich trockenwischen, damit der Kapillareffekt nicht dazu führt, dass Wasserreste wieder unter die Folie gelangen.

Zwar sei unterstrichen, dass solche Folien nicht die gleiche Wirksamkeit wie echtes Sicherheitsglas haben. Aber einen gewissen Extra-Schutz bieten sie auf jeden Fall.

Die polizeilichen Statistiken zeigen es jedes Jahr aufs Neue: Was Einfamilienhäuser anbelangt, kommen Einbrecher mit überwältigender Häufigkeit nicht über die meist gut gesicherten Vordertüren. Stattdessen machen sie es sich viel einfacher und dringen über die ungleich schlechter abgesicherten Hintertüren sowie Fenster von Parterre bzw. Souterrain ein. Wer sich hier in Gefahr wähnt, sollte rechtzeitig Sicherungen an Fenstern uns Hintertüren nachrüsten.
  • Fenster wird mit dem Brecheisen aufgestemmt
    © Rainer Fuhrmann | Einfache Fenster bieten Einbrechern kaum Widerstand. Doch mit einigen kleinen Sicherheitsvorkehrungen kann man ihnen das Leben deutlich schwerer machen.
  • Kein Zutritt dank Fenstergitter
    © Nicole Honeywill - unsplash.com | Gitter vor den Fenstern sind die wohl älteste Sicherungsmaßnahme in diesem Bereich. Zugegeben, das Ganze sieht nicht besonders einladend aus. Aber das soll es ja eigentlich auch nicht.
  • Schwachstelle Hintertür
    © ricardoreotmeyer | Die Hinter- oder Terrassentür ist eine große Schwachstelle bei der Haussicherheit. Mit Zusatzschlössern lassen sich hier jedoch Sicherungen nachrüsten, die ein zweite Hürde für Einbrecher bilden.
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